Archiv für Februar 2006

Katzengold

 

Unbemerkt entledigten sie sich ihrer üppigen Keidung und suchten umsichtig einen leichten Einstieg ins dunkle Wasser. Eine schmale sandige Landzunge bot sich ihnen an und er zog sie mit sich dorthin. Ihre Finger krallten sich in seinen Oberarm und er fühlte ihre steigende Anspannung. Leicht beugte er die Knien und das kalte Nass um seinen Unterkörper ließ ihn scharf einatmen. Sie vermieden es sorgsam, sich umzusehen, als sie behutsam ihre Körper eintauchten und mit ein paar bedachtsamen Zügen die Uferzone verliessen. Weiter draussen beschleunigten sich ihre Bewegungen und bald stellte sich ein wohltuender Rhythmus ein. Da die Geräusche ihrer Schwimmstösse leiser wurden passte er seine Kraft der ihren an. Bald war sie wieder mit ihm und das vom Mond gesandte Lichtband zog sie wie ein Gummi über die tintige Oberfläche. Er meinte ein Lächeln im hellen Dreieck ihres Gesichts zu erkennen und konzentrierte sich wieder auf seine Aufg be. Seine Bewegung n beschleunigten sich, erst sacht, dann immer wilder schlu en seine Arme das Wasser, und bald war sie den Geräuschen nach weit zurü kgeblieben. Er wagte nicht, sich umzuwend n. Unvermittelt hatte er den hellen Ufersaum erreicht, schwa m aber weiter, bis seine Hä de den nassen Sand greifen konnt . Die scharfen Geräusc  dort drau sen war n verstum t. Die Tropf n, die au  seim nasn H r auf   Haut des Untr   fieln, bil  fein rote Rinn  . Ein ersch  er Griff z  Sch el best     seine Verm  Eb    nicht stand     Atem von Br ndrod ng in    L ft  nd z ang das Kin  au  ärts.     N senflügel bewe   sic  sto  artig un  d s scharf   Ger usch zertren te die Sti le zwisch   den knotigen Kiefern. D   me serscharfe Schmerz im El nbogen war die Folge ihrer Unachtsamkeit, als sie   im Gestrü   verfing. Ihr kornblumenfarben  Kleid zerriss eine Handbreit oberhalb des Saumes, ohne das sie das küm erte. Im Stolpern sah sie einen lichten Fleck im Voraus, unvermit elt öffnet sich der Hain und der Anblick eines grauen Weite unter blauem Himmel sprang sie an. Ihre na kten Zehen gruben sich in den krautigen Untergrund, als sie vorwärts stürzte. Nach den Knieen berührte ihr Bauch das lockere Grün. Der Aufprall war überraschend wenig schmerzhaft und ihre Spannung löste sich. Die Frage, ob es die Adria oder der Skagerrak sein würde, durchflutete langsam ihr Bewußtsein, als sie die Nackenmuskeln anspannte, um hinauszusehen. Die karstigen Inseln hätte von beidem sein können. Sie streckte die Arme nach vorn und griff in die verholzten Zweige der Steinheide. Erst behutsam dann immer kräftiger zog sie sich Hand über Hand zur Felskante. Nach wenigen Metern hatte sie die Schlucht erreicht und sich mit einer letzten kräftigen Bewegung über die Kante gezogen. Dieser Impuls war so heftig, dass sie sich schon in der ersten Phase des Fluges überschlug. Mehrfach an Felsvorsprüngen anstossend nahm ihre Geschwindigkeit zu, es wurde indessen pechschwarze Nacht und hätte er nicht in ihrer Flugbahn gestanden, wäre sie womöglich neun Fuss unter Grund geraten.

 
27. Feb 06

tindouf , flood

 

smara
el aaiun
auserd
Gott ist ein dementi

auch hier
und hier

 

26. Feb 06

démodé

erobernde selbstunterwerfung
geschätztes martyrium
begehrtes gefängnis
sehende blindheit
frohes leiden
und die zu oft erfüllte
hoffnung, jede nichtigkeit
erlangt unterwegs zum ohr
des anderen
bedeutung.
23. Feb 06

Die Doktrin der Grenze /Dngnskrchn

 

Der lückig lachender Stratocaster überfährt sie sanft mit gelben Krallen. Die Membran wummert mich ins Dach, weit über die schütteligen Häupter. Stürze hernieder und fahre ihnen durch die Muscheln, trommele sie herzhaft am Fell und erspüre stolz den Kosmos im Gyrus temporalis. Da bin ich sattsam zuhause. Ich bekitzele das limbische System, bis es kräht. Schwierig einzig bei abgespreiztem Bein/Augen und beschalten Nadelstreifen am DoubleCutaway. Die Posetion der Gliedermassen evoziert Kultur ebenso wie das infantile Stühlebeknieen. Wegesteher. Winde mich schlank durch Augenpaar – Verfolgungsjagden. Abendlang. Zerhaue noch geschwind und milde ein paar Paradiese. Bald riecht der Raum nach niedergeschlagenen Ohrwürmchen. Ein gläsern dick ironischer Mund fängt ein, zerkaut mich ein wenig liebevoll und lässt mich rechtzeitig wieder frei.

20. Feb 06

subjektive faktizität

Es gibt etwas, dass ich nicht
begreifen kann (Pause)
Warum gehorche ich mir immer?
Kann ich mir das erklären?
19. Feb 06

MIDI

 

Ein Tunnelblick weitet sich zum Panorama in krakeelem Sonnenlicht. Geräusche versenken sich selbst zur Hörschwelle und le temp dehnt sich bergauf. Kopfkinder suchen voraus nach Deckung. Der Maler sieht Zwischenräume – Ich versuche festzuhalten

  • die Luft zwischen
  • Mauerbatzen und
  • überschlagene Beine, die
  • leicht verwinkelt und
  • das Darüber etwas zusammengesunken,
  • reglos und
  • Arme überkreuz?

Äon steht vollends in Menschenleere. Sonnenlicht starrt mit dicken Fäden – Haare. Ein ganz altes Schema kopiert sich mit einem blonden Lachen und ja für einen Moment passt alles und ja ist unerhört. Mir tock tock. Die wattierte Strasse ist stumpf vor Einsam und doch die Füsse lenken deren Verbindung zu mir abhanden kam selbst hinüber. Nur ganz langsam erhebt sich und die Signale der verpressten Lippen strohrot und der hohen Wangenknochen und der schlitzigen Augen. Ein Hallo stirbt leicht an meinem Kragenrund. Lichtbänder spuken durch Beinpaare und enthalten sich der Kommentare. Das sanfte Abstossen mit schulterlicher Prüfung ist Rückschau an ein anderes Gestern und fordert neue Anziehung. Mehrfach. Nur mühsam erringt le temp ihre contenance zurück und holpert backfischich ins Neue. Gezeichnete Schritte ins lockere Licht – tastend fingerts und ein geknautschtes Grinsen sagt

17. Feb 06

Die Maschine fordert Opfer

Schrecke in den Tag
mit verheerender Klarheit
von mir gefesselt und geknebelt
liegt weiß nicht mehr wer
und vergessen wo
15. Feb 06

Trauerarbeit II

       Über der Mauer
kurzblond Du Sonne
leicht strähnig hingekrümmt
fand Hand zur Hand
und Moi in den Mantel
aus Adrenalin
14. Feb 06

Kardialer Tinnitus

„Ich kenne Sie doch?!“
„Sie haben mich nie gesehen.“
„Ihre Worte verraten Sie!“
„Das Gefühl habe ich…“
„Das ist kein Gefühl!“
„… schon lang länger.“
13. Feb 06

[ in camera ]

komma herr, deu allesmacher, du bessermeiner! u possenreiter! du autonom! hier bin ich und regelos! schlrraag neben mich! was war denn dein plan? ich weiß, ich würde ihn nicht verstehen, vergrättzt du ihn mir auch. genug an meinen leinden geztupft? endlich ferngesteuer ziel zerreicht? eine verschstörung? eine kahlarboration? koiinzkridenzien hast du eingeblaut! ist das ein system? eine schalktafel? schalschwafel? eine schaltafel? schaltung? schalung? bis du aus beton? schalt doch ruhig ab die krachfelder! wo sind die generatioren? sähe keine mehr! weg! einfach wäk! einer wieder andere! haben doremino gespielt! hast deu mit ihnen dominaeffekt gespielt? hast du sie abgeschalt?
habe ich mich überhaupft erbewegt? du hast doch das andere bewegt! du hast doch das andere bewegt! wo hast meine augengräser? ich sähe unschrrrf, das weiz du doch! was benützt es dir? kroiz und quer geht dieser wwrrwwrr! warum nicht ins gehöirn gegriffen? lokotomie auf offner brühne! wäre doch einfacher gewesen! warum bei vollem benutzsein? WARUM OHNE BETÄUBUNG!? warum nicht direkt ans himblische systel? warum der urrrweg über die sünne? sinne? sünde? warum nicht zahnaua? offne wunde? warum qualsi subkultan? wenn deu das hrrrz trrrffen wolltest, warum hast deu nicht besser gezielt? sadist? schau dir drrrse hämnde an! schau drrrse finger! schau diese nägel an! und? und? was sierrrst deu? warum kein blrrut? ohne bluet? dehnt doch garnicht! gähnt doch garnicht! was denkst du soll ich jetzt tun? was denkst du soll ich jetzt tun?
© jean gireau
9. Feb 06

subcutan – schockschwerenot

8. Feb 06

Schwerer Fehler

jenseits jenes kammes:
war kleine sache
bei trockener stirn
bevor die beine autonom
hinab kantappern für das geflecht der rückschau
kurz ein halt gewähren für:
prächtiger blick aufs beifällige
durch den getrübten glaashangweiterrr dahinnn
entfaucht feuernebel im kopf
was versäumt hast
dir zu deuten:
das beste steht dir noch bevor
7. Feb 06

Unbescheiden

Nie hattest Du eine präzisere Stimmgabel für Deine Seele
Nie hattest Du einen besseren Müllplatz für Deinen Schmerz
Nie hattest Du einen besseren vollplatonischen Liebhaber
Nie hattest Du besser einen Freund            verlorn

2. Feb 06

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