Archiv für Dezember 2006

a.n.f.s.c.d.2006:

 Dezsö Kosztoláni: Ein Held der Zeit
Zeruya Shalev: Liebesleben
Matt Ruff: Fool on the Hill (2.x)
Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
Wladimir Kaminer: Russendisko
Heimito v. Doderer: Die Merowinger (3.x)
Uljana Wolf: Kochanie ich habe Brot gekauft
Herodot: Historien, 1.Buch
Niklas Luhmann: Liebe als Passion (2.x)
Johan Huizinga: homo ludens
Goro Tamai: The leading edge
Ernst Jandl: der künstliche Baum (3.x)
Sten Nadolny: Netzkarte (3.x)
Hans Erich Nossack: Spirale (x.x)
Arno Schmidt: Kaff, auch Mare Crisium (4.?x)
Samuel Beckett: Watt (3.x)
Arno Schmidt: Alexander oder was ist die Wahrheit (x.x)
Uwe Johnson: Jahrestage
Stephan Gärtner: Man schreibt Deutsh
Christina Viragh: Im April
Paul MercierNachtzug nach Lissabon (1/2.x)
19. Dez 06

der Fünfte Reiter heißt Furcht

 
 courtesy of abhayah, (notice copyright) see her photos 
Welche Verheerungen eine einfache Frage in einem Gesicht anrichten können, kann beobachten, wer folgendes einer mir nicht näher bekannten Person unterschiedlichen Geschlechts, oder besser: nicht unterscheidbaren Geschlechts, vielmehr: nicht unterschiedenen Geschlechts, eines Gesichts, dass mit dem Ausgang dieses Frage, oder der Antwort auf diese Frage, oder vielmehr der Kausalität, die angestrebt wurde mit der einfachen, welche Verheerungen im Gesicht einer Person, deren Geschlecht, wenn auch nicht sichtbar, so doch völlig oder nicht wichtig für den Ausgang, oder präziser für den Fortgang, ein Ausgang hätte ja zumindest, ein Fortgang jedoch ist nicht Kasualität, wie es richtiger hätte heißen müssen, wenn denn schon eine präzise Semantik, in einem Gericht, einem geschlechtslosen Gericht, was nicht sehr anschaulich, aber doch treffender als, mit entsprechender Kasuistik aber ohne das innere, das bestimmende, eine Kasualität des Lebens, die nach in Rechnung stellen von suspense oder zumindest von Verblüffung, oder besser von Überrumplung in die Strukturen der Erinnerung durch Nach-Vollziehen und Nach-Bereiten verlangt, eine eher schon ontologische Traube auf dem Dach, ein Werkzeug des Feudels, mit wem, Herr Richter?
19. Dez 06

Erkenntnistherapie

Wo beide undeutlich werden
im Wolkendunst vor der tiefen Sonne,
die den Nachmittag spätherbstlich
beleuchtet mit einem faden
Relativsatz.

 

 
17. Dez 06

Vilkami na vodje pisatj

die sonne steigt nur noch
durch ein fünfpunkt programm
luft atmet kupfern aus
und an den rändern fransig
drängt blankgeputzte kinderwünsche
vor inbrunst beide hände links
nacht berührt den asphalt
vor der zeit
ich wie mit gabeln
auf wasser geschrieben

 

 

16. Dez 06

nach meinem mögen

 

 

 
 

 

die eine zum verwechseln gleicht die / hälfte das gesicht der andren das gesicht / umgarnt von frisur die / umfassend umfahren von einer sprachmächtgen / hand die nicht schläft zwischen ohr und / gespräch möbiliert die stickstille luft / zwischen türloch und fenstergeviert / zu dem und der wand und dem fenster bei / prall berstend sonnschein und / hochfahrendemden gewölk aus / und zurück geht der blick / das musste / es konnte / es durfte / ein rechtzeitig verflochtener blick und im blick und zurück / und bevor das gesicht wird verstellt durch geschrieb oder druckzeug gelangweilt / und bevor wird vereitert die ruhe mit / salzig gefrozel darüber dass / und warum und wie wer / bald verhakt im imperativ und bevor / die geräumigkeit umschlägt in / verkantete buch- der und beweisführung / und eben bevor die besonnte sich gefährlich einfärbt und / bevor / sinkt abwärts der tag ruht aus auf bedächtigen nebentönen
10. Dez 06

Call off the search

 courtesy of abhayah, (notice copyright) see her photos

Sehen Sie: ich sehe mich am Rande eines Trichters. Sie wissen, ich habe starke Bilder im Kopf, die die jeweilige Situation visualisieren. Dieser Trichter ist aus Porzellan, weißem sehr weißem Porzellan. Ich balanciere unfreiwillig am Rand, warscheinlich auf Socken und es ist glatt dort, sehr glatt. Der Trichter endet nicht in einer Öffnung, womit es kein Trichter mehr ist, ein inverser Kegelmantel. Wissen Sie nicht mehr: man rauscht da hinunter, saust ohne Halt an den glatten Wänden auf ein Zentrum zu. Dann endlich fällt man durch eine Öffnung und schwebt im Raum umgeben von Myriaden Lichtpunkten, die wir als Sterne oder Galaxien interpretieren. Aber nein, dieser Trichter ist geschlossen. Der Mantel läuft auf einen Punkt zu. Einen sehr kleinen Punkt. Einen eher mathematischen, also masse-, ausdehnungs- und zeitlosen Punkt. Das ist dann auch die Quintessenz dieser Reise: der Trichter befördert mich unweigerlich auf die Wahrheit zu. Das Schicksal, oder besser das Sein in diesem Punkt. Das Nichts ist nicht riesig groß, es ist unfassbar klein. Alles, was ich physisch wahrnehmen, was ich emotional wahrnehme, ist sekundär. Unterbau, Beiwerk. Es herrscht letzlich da Nichts. Für jeden, aber nicht für jeden wahrnehmbar.

April 2006

2. Dez 06

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