der Fünfte Reiter heißt Furcht

 
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Welche Verheerungen eine einfache Frage in einem Gesicht anrichten können, kann beobachten, wer folgendes einer mir nicht näher bekannten Person unterschiedlichen Geschlechts, oder besser: nicht unterscheidbaren Geschlechts, vielmehr: nicht unterschiedenen Geschlechts, eines Gesichts, dass mit dem Ausgang dieses Frage, oder der Antwort auf diese Frage, oder vielmehr der Kausalität, die angestrebt wurde mit der einfachen, welche Verheerungen im Gesicht einer Person, deren Geschlecht, wenn auch nicht sichtbar, so doch völlig oder nicht wichtig für den Ausgang, oder präziser für den Fortgang, ein Ausgang hätte ja zumindest, ein Fortgang jedoch ist nicht Kasualität, wie es richtiger hätte heißen müssen, wenn denn schon eine präzise Semantik, in einem Gericht, einem geschlechtslosen Gericht, was nicht sehr anschaulich, aber doch treffender als, mit entsprechender Kasuistik aber ohne das innere, das bestimmende, eine Kasualität des Lebens, die nach in Rechnung stellen von suspense oder zumindest von Verblüffung, oder besser von Überrumplung in die Strukturen der Erinnerung durch Nach-Vollziehen und Nach-Bereiten verlangt, eine eher schon ontologische Traube auf dem Dach, ein Werkzeug des Feudels, mit wem, Herr Richter?

GRAU 19. Dez 2006

Erkenntnistherapie

Wo beide undeutlich werden
im Wolkendunst vor der tiefen Sonne,
die den Nachmittag spätherbstlich
beleuchtet mit einem faden
Relativsatz.

 

 

GRAU 17. Dez 2006

Vilkami na vodje pisatj

die sonne steigt nur noch
durch ein fünfpunkt programm
luft atmet kupfern aus
und an den rändern fransig
drängt blankgeputzte kinderwünsche
vor inbrunst beide hände links
nacht berührt den asphalt
vor der zeit
ich wie mit gabeln
auf wasser geschrieben

 

 


GRAU 16. Dez 2006

nach meinem mögen

 

 

 
 

 

die eine zum verwechseln gleicht die / hälfte das gesicht der andren das gesicht / umgarnt von frisur die / umfassend umfahren von einer sprachmächtgen / hand die nicht schläft zwischen ohr und / gespräch möbiliert die stickstille luft / zwischen türloch und fenstergeviert / zu dem und der wand und dem fenster bei / prall berstend sonnschein und / hochfahrendemden gewölk aus / und zurück geht der blick / das musste / es konnte / es durfte / ein rechtzeitig verflochtener blick und im blick und zurück / und bevor das gesicht wird verstellt durch geschrieb oder druckzeug gelangweilt / und bevor wird vereitert die ruhe mit / salzig gefrozel darüber dass / und warum und wie wer / bald verhakt im imperativ und bevor / die geräumigkeit umschlägt in / verkantete buch- der und beweisführung / und eben bevor die besonnte sich gefährlich einfärbt und / bevor / sinkt abwärts der tag ruht aus auf bedächtigen nebentönen

GRAU 10. Dez 2006

Call off the search

 courtesy of abhayah, (notice copyright) see her photos

Sehen Sie: ich sehe mich am Rande eines Trichters. Sie wissen, ich habe starke Bilder im Kopf, die die jeweilige Situation visualisieren. Dieser Trichter ist aus Porzellan, weißem sehr weißem Porzellan. Ich balanciere unfreiwillig am Rand, warscheinlich auf Socken und es ist glatt dort, sehr glatt. Der Trichter endet nicht in einer Öffnung, womit es kein Trichter mehr ist, ein inverser Kegelmantel. Wissen Sie nicht mehr: man rauscht da hinunter, saust ohne Halt an den glatten Wänden auf ein Zentrum zu. Dann endlich fällt man durch eine Öffnung und schwebt im Raum umgeben von Myriaden Lichtpunkten, die wir als Sterne oder Galaxien interpretieren. Aber nein, dieser Trichter ist geschlossen. Der Mantel läuft auf einen Punkt zu. Einen sehr kleinen Punkt. Einen eher mathematischen, also masse-, ausdehnungs- und zeitlosen Punkt. Das ist dann auch die Quintessenz dieser Reise: der Trichter befördert mich unweigerlich auf die Wahrheit zu. Das Schicksal, oder besser das Sein in diesem Punkt. Das Nichts ist nicht riesig groß, es ist unfassbar klein. Alles, was ich physisch wahrnehmen, was ich emotional wahrnehme, ist sekundär. Unterbau, Beiwerk. Es herrscht letzlich da Nichts. Für jeden, aber nicht für jeden wahrnehmbar.

April 2006


GRAU 2. Dez 2006

Von Delhi nach Benares

 
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 dacht‘ einer könnt‘ die welt befrein
von hunger argmut elend
versagt auch sich das abendbrot
am körper bald trans céndent
bumsgedi da liegt er

dacht‘ einer könnt‘ die welt erfreun
mit kun und nst und liedern
steigt wacker heim ins atelier
verträgt nicht das Bebiedern
bumsgedi da liegt er

dacht‘ einer könnt‘ die welt bespein
mit rötz aus seinem munde
gut rachentief heraufgeholt
machts schnell ihn moribunde
bumsgedi da liegt er

dacht‘ einer könnt‘ die welt entweihn
mit öbizönitäten
bald haut man ihm die physis und
die extremositäten
bumsgedi da liegt er

dacht‘ einer könnt‘ am herz gedein
mit hoffnung wahrheit liebe
umarmt dann jeden jediglich
und erntet faustisch hiebe
bumsgedi da liegt er

Dacht‘ einer könnt‘ der welt entfleihn
auf hedonisten weise
ertränkt sich gänzlich ungeniert
in einer götterspeise
bumsgedi da liegt er

 


GRAU 30. Nov 2006

 
Ein Ziel ist ein Traum mit einem Termin

GRAU 26. Nov 2006

der kerl, der bambi erschoss / an oscar p.

 
 courtesy abhayah, (notice copyright) see her photos
 

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Und alle hundgewitter
macht noch keinen sommer
sollte aber
könnte straffer
straffreiheit
schöbe den acker zum herbst
wöllte nicht anders
als fingerfang in südliche
richteuch danach
könnte konjunktivischer
sinnvolle wölbungen
blaßrot
weit geschlossen
oder mittig offen wegungsreich
könnte konjunktivischer
oder seitwärts glücklich
leicht geschlitztes herz
mond bedauernd
schulterzuckerlang
höfliche verlegenheit
als kontrastprogramm
müsste konjunktivischer
balancehalter
schulterzucker
fingerfang absichtslos
absichtsarglos
nicht altersgemäß
müsste konjunktivischer
müsste drüber rätseln
müssig rückstau
müss K.M.
könnte konjunktivischer
balancefalter
sinn + reich
wortgeschnitten wortgefloss
mit widerhacken
arglos barglos bargeldlos
zerplatzen
auf der
zunge
.


GRAU 6. Okt 2006

polyvalent

 
 

 


GRAU 3. Okt 2006

retrograde amnesie

 by courtesy of abhayah, (notice copyright) see her photos 

 

 

sans routine
sich sortierende
armknäuel

sans intention
verschränken sich blicke
hängen doch bald
am jochbein

drohender anlaut
gehauchtes hauptwort
geballtes fürwort
spitz steigendes tuwort
galliger auslaut

spuckefäden
beim überbetonen des
entgegneten schlachtfelds

nur wasser
danke bitte


GRAU 19. Sep 2006

unhintergehbare materialität

 


GRAU 16. Sep 2006

Auf zehenspitzen, mein traum

 
 

erschröckend porös die hoffnung nach rettung die harsche erkenntnis von hast und vergängnis mit vielgliedrig nacktheit ergeben und beben voll banger erwartung und dumpfer blockade ganz abgrund und tiefe nicht lichtung noch lichtblick nicht abwehr noch umkehr ganz willkühr und abkehr vom löben und lieben mit allem und ödem von nah und von fern mit hanz und auch konz mit franz ohne gans ohnehin ohne hinz und markant ohne witz mit pommes und fritz erleben und frei sein von flöhen entzweit kein und aber das war schon die hölle der erbsen vorm beben der därme und stampfen der venen das herz ohne schläge der hans pochend heiss und die vögel im bauch und der stich in der lunge gekrümmt überm becken gehalten im schrecken gereimt ohne dichtung mit grausen der schmelz und die wildheit der pein und kein sein im verein mit dem keim des verderbens und kosmischen sterbens die angst schürt die bündel und die furcht hält die zügel mit dem schleifer des grausens zerrössen im nebel das zagen vom rechts los der hohlweg führt hin zu der phalle der sphinx die den schädel der norne gespalten im antlitz der wüste und leer vom entsetzen der schänke hält qual in der pränke o herr wiedern reim das musste nicht sein bestürzung folgt fluch aus der lage der üblen kann hoffnung nicht keimen die qual der erkenntnis des auswegs ohn heimweg formt drama mit elend nimmt unheil aus unglück erkennt keine grenze flieht eilens zur küste des schüffs und der brüche mastspitzen die pieken in seiten und lenden die lahmen an zähren mit pickeln und shären der ingrimm der graue noch so ein gibbs haue die scilla mit zähnen bewaffnet ans leder der härte im auge und horten und karstadt die maus der grimasse die ratte im magen es schmerzt so der boden im ansicht des todes an höllische heere am kirchhof ab hagen des schweigens beim satan bewuchert die phrasen des mitleids verschanzen allmächtig am speere den schranzen der tiefe die meere verlieren das blaue das firle und fanze der schröchlichen pranke der tiger der angst und das halsband der macht hin zur allmacht des grams und die melan cholie der erinnerung heut hält jetzt hof in der brust die so bloss und so herb an der seite der dolch und so

 


GRAU 13. Sep 2006

tag der tauben


GRAU 13. Sep 2006

 

 

 

 

 

ausführlich
der tag
beiseite gleitend

breit ineinander
die stunden
gewischt

versuch
die zeit zu zerdehnen
auf rechts / höre ich
dautschlaan


GRAU 5. Sep 2006

all things are a part / all things are apart

 

Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Warum diese Probleme beim Nachvollziehen solch kalorienarmer Vorspeise? Warum fächert sich mir eine solche Logik nicht auf wie von selbst? Was irritiert mich, läßt mich eine Falle oder im besten Falle eine Kinke denken?


GRAU 3. Sep 2006

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